Warum die Inhalation für Pferde allein
nicht ausreichen kann!

Vergleicht man die typischen „Erkältungs- und Grippezeiten“ bei Mensch und Pferd dürfte den meisten Pferdebesitzern auffallen, dass diese zeitlich fast gegensätzlich sind.

Wir Menschen leiden oft im Frühling oder Herbst an Erkältungen und Grippalen Infekten und somit unter Schnupfen und/oder Husten. Bei unseren vierbeinigen Freunden sieht das allerdings schon wieder ganz anders aus. Häufig zeigen unsere Pferde Anzeichen von Husten und verschleimten Atemwegen in der heißen und trockenen Jahreszeit.

Aber warum haben viele Pferde grade in dieser Jahreszeit so oft Atemwegsprobleme?

Eine Atemwegserkrankung beim Pferd kann auf vielen verschiedenen Ursachen beruhen. Hierbei wird hauptsächlich zwischen infektiösen- und nicht infektiösen Atemwegserkrankungen unterschieden. Infektiöse Atemwegserkrankungen können zum Beispiel, ähnlich wie beim Menschen, durch Viren (z.B. Herpes oder Influenza) oder Bakterien (z.B. Streptokokken oder Staphylokokken) ausgelöst werden. Andere Beispiele wären Parasitenbefälle (Lungenwürmer) oder Kontakt mit Pilzsporen (Schimmel).

Oftmals sind es allerdings die nicht infektiösen Atemwegserkrankungen, auf denen der Husten bei Pferden beruht. Häufig handelt es sich um COB. Die chronisch obstruktive Bronchitis ist die bekannteste und verbreitetste Art der Atemwegserkrankung beim Pferd. Die auch als equines Asthma bezeichnete Erkrankung wird unterteilt in IAD „inflammatory airway disease“, welche die mildere Variante und somit eine leichte Entzündung der Atemwege darstellt. Die RAO „recurrent airway obstruction“ geht wiederrum mit einer hochgradigen Symptomatik und Atembeschwerden einher. COB ist nicht heilbar, allerdings mit Hilfe der Beseitigung des Auslösers, wie z.B. Staub, gut in den Griff zu kriegen.

Pferd frisst Heu

Doch was ist nötig, um einem diagnostizierten COB´ler so beschwerdefrei wie möglich zu halten?

Natürlich kann die Inhalation besonders bei Atemwegserkrankungen, wie der COB, unterstützend wirken und zur Verbesserung des Allgemeinbefindens beitragen. Doch grade bei COB- Patienten müssen die Besitzer besonderen Wert auf Haltungs- und Fütterungsbedingungen legen. Ein Pferd kann sich jederzeit einer 45- minütigen Inhalation unterziehen, allerdings wird diese so gut wie nichts bringen, wenn das Pferd nach oder sogar während der Inhalation auf staubigem Stroh oder Einstreu steht.

Grade in den warmen und trockenen Monaten ist im Staub im Stall so gut wie unvermeidbar. Mit ein wenig Aufwand kann allerdings, so gut wie, jeder Besitzer seinem hustenden Pferd große Abhilfe verschaffen. Die Devise hierbei lautet:

Pferd frisst Heu

Für Pferde mit Husten gilt: So wenig Staub wie nur irgendwie möglich!

 Jedem ist wahrscheinlich bewusst, dass dies grade bei Boxenhaltung wirklich schwer umzusetzen ist. Sollte eine Umstellung auf Offenstallhaltung nicht möglich sein wäre es auf jeden Fall schon einmal förderlich das Pferd während des Fegens der Stallgasse, Ausmisten oder Einstreuen der Box an die frische Luft zu stellen.  Da grade die COB´ler nicht nur häufig auf Staub sondern auch auf Ammoniak reagieren, sollte die allgemeine Sauberkeit und Belüftung im Stall oberste Priorität haben! Auf die Fütterung aus Heuballen sollte bitte verzichtet werden und das zu verfütternde Heu vorher ausgewaschen oder bedampft werden. Durch diesen Schritt wird dafür gesorgt, dass Staubpartikel und eventuell vorhandene Schimmelpilzsporen ausgeschwemmt werden und somit die Belastung der Atemwege rapide gesenkt wird. Hierbei sollte jedoch unbedingt drauf geachtet werden, dass auch der Boxnachbar staubarmes Heu zu sich nimmt, da die Staubbelastung sonst nur minimal reduziert werden kann.

Vorsicht ist aber auch beim Auswaschen des Heus geboten!

Lässt man dieses zu lang einweichen oder verfüttert es erst später, so besteht die Gefahr des Verderbens. Am besten wird das Heu erst kurz vor der Fütterung ausgewaschen oder kurz eingeweicht.

Werden die Haltungs- und Fütterungsbedingungen auf lange Sicht optimiert, kann die Inhalation mit einem Sole-Sauerstoffgemisch Erleichterung verschaffen. Der tiefsitzende Schleim kann verflüssigt und Flimmerhärchen wieder aufgestellt werden, um so einen optimalen Abtransport des festgesetzten Schleimes zu unterstützen.