Von der Koppel in die Box
Was muss ich bei meinem Pferd mit Husten beachten?

Der Sommer ist vorbei. Damit beginnt in vielen Ställen die Boxenhaltung. Jedem Pferdebesitzer und Stallbetreiber ist bewusst, dass es so gut wie unmöglich ist, im Stall oder in der Box Staub zu vermeiden.

Besonders Pferde, die auch schon während der trockenen und pollenbelasteten Sommerzeit Probleme mit den Atemwegen haben, müssen nun umso mehr vor unnötiger Staubbelastung ferngehalten werden.

Woher kommen der Staub und die Allergene, die die Atemwege meines Pferdes belasten?

Klar ist: Wo Heu ist, da ist auch Staub. Natürlich lässt sich der Einsatz von Heu in einer Stallhaltung oft schlecht vermeiden. Selbst wenn man die Box des eigenen Pferdes mit einem staubarmen Einstreu bestückt, ist das Pferd noch lange nicht vor dem Staub aus den mit Stroh eingestreuten Nachbarboxen geschützt. Hinzu kommt, dass während der kalten Wintermonate Pferde vermehrt in der Stallgasse geputzt und gepflegt werden. Kommen dann noch das Fegen der Stallgasse, Aufschütteln von Stroh und Heu, sowie schlecht gelüftete Stallungen hinzu, hat man das perfekte Klima für Atemwegsprobleme und andere Erkrankungen geschaffen.

Auch die Ausscheidungen unserer Vierbeiner können in dieser Hinsicht für Probleme sorgen. Ammoniak ist ein giftiges, stechend riechendes Gas, dass bei der Zersetzung stickstoffhaltiger Stoffe aus Harn und Kot entsteht. Da Ammoniak leichter als Luft ist, steigt es nach oben, wodurch es die Atemwege des Pferdes angreift und die Infektanfälligkeit steigern kann. Das Ziel eines jeden Pferde- und Stallbesitzers sollte es also sein, genau diese Faktoren so gut wie es nur geht zu reduzieren.

Kommen Ammoniak und Staub zusammen, können diese beiden Komponenten die Atemwege unserer Vierbeiner auf kurz oder lang stark angreifen und schwächen. Eine hohe Belastung kann gefährliche Auswirkungen auf die Bronchien haben und zu allergischen Reaktionen führen. Da viele Pferde vor allem auf die Schimmelpilzsporen in schlechtem Heu oder Stroh reagieren, muss die Qualität des Futters auch mit an oberster Stelle stehen.

Im Herbst geht es für viele Pferde von der Sommerkoppel zurück in die Box

Wie kann ich die Staubbelastung für mein Pferd effektiv reduzieren?

Wenn möglich sollte grade bei vorerkrankten Pferden auch während des Winters so viel Wert wie möglich auf einen Stellplatz außerhalb der Box gelegt werden. Ob es sich dabei um eine Box mit Paddock handelt, oder das betroffene Pferd mehr Stunden am Tag außerhalb als innerhalb der Box steht, ist dabei irrelevant.

Die Devise lautet: So viele frische Luft wie nur möglich!

 Sollte dies nicht optimal umsetzbar sein, kann bei folgenden Abläufen im Stall dafür gesorgt werden, dass sich das Pferd nicht in der Box aufhält:

  • Während die Stallgasse gefegt wird
  • Beim Ausmisten und Einstreuen der Boxen
  • Während andere Pferde geputzt und gepflegt werden

Viel frische Luft ist das A & O

Am einfachsten wäre es, wenn Dein Pferd die Zeit während dieser Vorgänge einfach vor dem Stall verbringen würde, um so der maximalen Staubbelastung aus dem Weg zu gehen.

Vor dem Füttern sollte das Heu gewaschen oder bedampft werden, um den Staub auszuwaschen und somit das Einatmen während des Fressens zu vermeiden. Aber VORSICHT: Das Heu darf nicht zu lange nass gelagert werden, da es so schnell verdirbt und sich Schimmelpilze bilden.

Das A und O, um die Ammoniakbelastung für alle Pferde im Stall so gering wie möglich zu halten, ist das regelmäßige und gründliche Misten sowie ein gut gelüfteter Stall. So kann sich das giftige Ammoniakgas verflüchtigen, bevor es sich negativ auf Atemwege und die allgemeine Gesundheit der Pferde auswirkt.

Natürlich ist eine komplett staubfreie Haltung von Pferden so gut wie unmöglich. Das Ziel hierbei ist es auch eher, die Staubbelastung so gering wie möglich zu halten, um präventiv und aktiv Atemwegserkrankungen und -beschwerden entgegenzuwirken. Es handelt sich zwar um einen riesigen Aufwand, allerdings wird Dein Pferd es Dir danken.

Eine gute Winterzeit für Dich und Deinen Huster!